Das alles ist Schwarzwald!

Mädchen mit roten und schwarzen Bommelhüten, verspielte Kuckucksuhren, dichter, schwarzer Tannenwald, verschlafene Dörfer und der Schwarzwälder Schinken oder auch die weltberühmte Kirschtorte – das alles ist Schwarzwald. All das gehört zu dem Mittelgebirge im Südwesten Deutschlands, welches sich von der Schweizer Grenze im Süden, über den Rhein im Westen und den Oberlauf des Neckar im
Osten, bis hin nach Karlsruhe und Pforzheim im Norden erstreckt.

Doch Schwarzwald ist noch mehr. Die oft als eher zurückhaltend und eigenbrötlerisch umschriebenen Schwarzwälder haben vielerorts, fernab der
touristischen Pilgerziele, einzigartige, charmante Konzepte ins Leben gerufen, Altbewährtes mit Neuem ergänzt und bereichert. Dazu kommen uralte Bräuche und die eindrucksvolle Natur im Schwarzwald. Hier nur ein kleiner Einblick.

Restaurants

Abseits der für die Massen bestimmten Restaurants und Gasthäuser im Schwarzwald, einer der beliebtesten und größten Ferienregionen Deutschlands, finden sich kleine Schätze der Genusskultur. Ein Beispiel hierfür ist das in der Fauststadt Staufen gelegene Restaurant Kreuz Post. In der historischen Altstadt präsentiert Küchenchef Michael Zahn eine moderne, regionale Küche mit dezent frankophilem Einschlag – auf höchstem Niveau! Angrenzend an die deutschlandweit bekannte Hausbrennerei Schladerer, rundet das klassisch schwarzwälderische Interieur einen Besuch ab.

Bei einer Reise in den Schwarzwald ist ebenfalls der Besuch einer Straußenwirtschaft zu empfehlen, dort nur „Straußi“, Besen-, Rädle- oder Heckenwirtschaft genannt. Diese sind nur saisonal geöffnet und deren Betreiber, meist Winzer und Landwirte der Region, müssen den Großteil der von Ihnen angebotenen Speisen und Getränken selbst erzeugen. Im winzigen südschwarzwälder Dorf Kirchhofen findet sich ein echter Geheimtipp: Die Lorenz Straußi. Ein renovierter Kuhstall dient als Gastraum. Große, robuste Steinplatten bedecken den Boden, massive, alte Holzbalken bilden meterhohe Wände und Decken. Neben den kulinarischen, regionalen Gaumenfreuden sind vor allem die unzähligen goldenen Spiegel an den Wänden ein Grund für einen Besuch in der Lokalität im Schwarzwald. Von der Betreiberfamilie über Jahre hinweg liebevoll gesammelt, kann man dort heute endlos viele Spiegel aus vergangenen Zeiten bestaunen. Welche bedeutenden Persönlichkeiten der Geschichte in den Selben bereits ihr Spiegelbild betrachtet haben, erfährt man bei herzlichem Service in rustikalem Ambiente.

Highlights

Ein Highlight in der Region rund um den Schwarzwald ist sicherlich die alljährliche Fasnacht. Wie auch der Karnevel in und um Köln im Mittelalter und der frühen Neuzeit entstanden, feiert man die Fasnacht im Schwarzwald dennoch ganz anders als ihr rheinisches Pendant. Von Anfang Januar bis zum Aschermittwoch, treiben in unzähligen Ortschaften Hexen, Narren, Hansele oder auch die Höllenbrut ihr Unwesen. Die Teilnehmer tragen „Häs“, eine Bezeichnung für die Kostüme und Holzmasken, die im Schwarzwald nicht selten über Generationen vererbt werden.

Ein echtes Naturerlebnis bieten 60 bis 170 Meter tiefe Schluchten um den Fluss Wutach. Als „gute Ach“ (Gutach) entstammt der Fluss dem Titisee im
Hochschwarzwald. Östlich von Neustadt wird dieser immer wilder und schließlich zur „wütenden Ach“ (Wutach). Geologisch und botanisch ist dieses Naturschutzgebiet im Schwarzwald ein Gesamtkunstwerk. Der Fluss hat auf natürliche Weise über Jahrmillionen hinweg einen Profilschnitt durch die Erdgeschichte gegraben, welchen man heute eindrucksvoll bestaunen kann. Zudem gibt es im schwarzwälder Wildfluss-Tal heute etwa 1200 Pflanzenarten und unzählige Tierarten, unter Anderem über 500 verschiedene Schmetterlinge. Ein einzigartiges Highlight zum Wandern und Entdecken!

„Made im Schwarzwald“

Glasbläserei
Die Glasbläserei im Schwarzwald – Genauer: Im Höllental, hat ihre Wurzeln im 18. Jahrhundert. Das Kunsthandwerk hat sich die im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt und bringt neben den Klassikern aus Glas heute auch modernes Design gepaart mit raffinierten Lichteffekten ins Spiel. Schauen Sie den Glaskünstlern über die Schulter und erfahren Sie aus erster Hand alles über die Faszination Glas.
Die Saison des Hofgut Sternen startet jährlich am 01. März, dann sind die Glasbläser Donnerstags bis Montags zwischen zwischen 10.30 – 16.30 Uhr zu bestaunen. Der Verkaufsraum hat täglich von 09:30 – 17:30 Uhr geöffnet.

Honig
In dieser Kombination finden Sie Honig in keiner anderen Region Deutschlands, denn die Bienen haben Ihren Lebensraum in den dichten Tannenwäldern des Schwarzwalds. Der Geschmack von Tannenhonig ist herb-würzig und meist von feinerer Süße als anderer Waldhonig. Im besten Fall duftet und schmeckt Tannenhonig sogar nach frischem Waldboden und Tannennadeln. Zudem gilt der Honig als besonders gesund und bekömmlich und wird daher gerne bei Erkältung im Tee gereicht.

Kirschtorte
Bereits im 19. Jahrhundert war die Kombination aus Kirschen, Sahne und Kirschwasser im Südschwarzwald als Dessert bekannt. 1934 fand die Schwarzwälder Kirschtorte erstmals eine schriftliche Erwähnung, heute ist sie die berühmteste und beliebteste Torte Deutschlands. Doch auch über die Landesgrenzen hinaus ist die Kreation aus Zartbitterschokolade, Sahne, Sauerkirschen und Kirschwasser bekannt.

Kuckucksuhr
Wer die Kuckucksuhr ursprünglich erfunden hat, ist bis heute umstritten. Die erste Erwähnung findet eine Konstruktion im Jahr 1730 von Franz Anton Ketterer aus Schönwald. Neben der Uhrenfunktion hat die Kuckucksuhr zwei prägende Merkmale: Jede Stunde öffnet sich die Klappe oben in der Uhr und ein Kuckuck kommt hervor, begleitet vom akustischen Ruf des Vogels. Des weiteren besitzen die Uhren eine Vorrichtung zum Aufziehen, in Form von Ketten mit Gewichten. Je nach Ausführung müssen diese alle 24 Stunden bis 8 Tage neu hochgezogen werden. Dies geschieht traditionell von Hand.

Obstbrände
Wenn es um feine Obstbrände geht, findet man im tiefsten Schwarzwald eine Weltmarke: 1844 eröffnete im Gasthaus „Kreuz-Post” in Staufen eine kleine Hausbrennerei und entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem mittelständischen Unternehmen, familiengeführt in der sechsten Generation. Weltbekannt wurde Schladerer vor allem mit den Klassikern Kirschwasser, Himbeergeist und Williams-Birne. Von April bis Oktober werden in der Brennerei jeden Mittwoch Führungen angeboten, die einen Blick hinter die Kulissen bzw. in die Kupferkessel des Unternehmens erlauben.

Schinken
Der berühmte und beliebte Schwarzwälder Schinken wird nach einem ganz bestimmten Verfahren aus knochenlosem Rohschinken hergestellt. Dabei wird er trocken gepökelt und mit besonderen Gewürzmischungen eingerieben. Einige Wochen muss der Schinken dann in einer Salzlake verweilen, danach lagert einige Tage trocken. Anschließend wird der Schinken mindestens sieben Tage geräuchert. Dies geschieht in einer gemauerten Räucherkammern mit Nadelhölzern und Sägemehl aus den heimischen Tannenwäldern. Die folgende, mehrwöchige Trockenlagerung schließt die Herstellung ab. Schwarzwälder Schinken wird in hauchdünnen Scheiben oder am Stück angeboten, die beliebteste Verwendung findet er bei der traditionellen Vesper, dem Abendbrot.

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