In Schottland erlebt man einige der größten, naturbelassenen Areale Westeuropas. Steinadler kreisen über den Bergen der nördlichen Highlands, Seeotter spielen an den Ufern der Shetlands und Zwergwale durchbrechen vor der Küste der Hebriden Makrelenschwärme. Schottland ist etwas für Liebhaber. Reisende erwartet hier eine Mischung aus artenreicher Tierwelt, wilden Landschaften, eleganten Städten und vor allem einer einladenden Gastronomie.

Allen Genüssen voran findet sich hier eine Whisky-Kultur, die bereits seit dem 5. Jahrhundert existiert. Fans des „Wasser des Lebens“ (abgeleitet von Irisch „uisce beatha“) bereitet eine ganz besondere Route Gaumenfreuden; der Malt Whisky Trail. Diese Route des Schottischen Whiskys führt auf 110 Kilometern durch den Norden Schottlands, wo sich mit 48 aktiven Brennereien das größte Destillerien-Aufkommen Schottlands befindet. Eine der bekanntesten Stationen der Route des Schottischen Whiskys ist die Glenfiddich-Brennerei. Sie bietet eine Führung und Verköstigung an sowie die halbtägige „Pioneers Tour“ inklusive einer Abfüllung der eigenen Flasche.

Die Destillerie Speyside Cooperage besteht als Familienunternehmen bereits seit 1947 und baut noch heute nach traditioneller Methode seine Fässer. Diese werden in die ganze Welt ausgeliefert. Dabei bleiben die besten vor Ort – denn sie stellen eine der wichtigsten Zutaten der schottischen Whisky-Produktion dar.

Am Rande der alten Marktstadt Forres liegt Benromach, wo eine kleine, aber feine Brennerei zu Hause ist. Benromach stellt einen Schottischen Single Malt Whisky mit unverwechselbarer Raffinesse und dem weltweit ersten voll zertifizierten Bio-Siegel her. Besucher können hinter die Kulissen blicken und Maischbottiche, polierte Kupferkessel sowie das traditionelle Lager bestaunen. Weiter auf der Rundreise lädt Cardhu dazu ein, das Geheimnis Schottischen Whiskys zu entdecken. Die Brennerei bietet drei verschiedene Touren an: die „Distillery Tour“, „Glassic Tour“ und „Cardhu Collection Tour“. Die englischsprachigen Führungen mit Verköstigung dauern circa eine Stunde und kosten nicht mehr als 14 Pfund. Ebenfalls Gelegenheit, das Goldwasser von Schottland zu probieren, bietet die Brennerei The Glenlivet mit dem gleichnamigen schottischen Whisky. Der Gewinner des Best Visitor Attraction Award 2013 ist bei Kennern beliebt und darf sich durch zahlreiche Nachahmer geschmeichelt fühlen.

Schmecken, riechen, genießen – darum dreht sich alles auf dieser Route des schottischen Whiskys. Dabei gibt es eine Grundregel: Jeder Whisky schmeckt anders. Für die Vielfalt der Aromen sind vor allem Rohstoffe, Herstellungsprozess und Fassreifung verantwortlich. Der wichtigste Rohstoff für den Herstellungsprozess ist das Getreide. Für viele Schottische Whiskys ist gemälzte Gerste der hauptsächliche Geschmacksgeber. Außerdem ist die jahrelange Reifung in einem Holzfass wichtig für den Geschmack. Hierbei sind Holzart, frühere Nutzung des Fasses und geographische Lage des Lagerhauses verantwortlich.

Genussmenschen finden auf dieser Reise nicht nur ein Stück Vergangenheit der schottischen Kultur, sondern entdecken auch die Freundlichkeit der Menschen, die die Whisky-Tradition mit Leidenschaft leben und fortsetzen. Man munkelt, die Liebe zum traditionellen Destillat sei dabei in jedem Tropfen zu schmecken.


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