Wie sich der Besuch in der Sauna weltweit unterscheidet

In Deutschland ist es üblich, beim Saunieren alle Hüllen fallen zu lassen. Gleiches gilt für viele andere Länder. Genauso ist es mancherorts aber auch andersherum und die freie Körperkultur vollkommen tabu.

In Skandinavien wird vollkommen nackt sauniert und selbst auf das Handtuch zum Unterlegen verzichtet. Schweiß dringt aber nicht ins Holz ein, wie befürchtet, sondern Wände und Bänke der finnischen Sauna sind aus Stein. Für 5,4 Millionen Finnen stehen rund zwei Millionen Schwitzhütten zur Verfügung – in Privatwohnungen, als mobile Holzboxen vor Klubs, auf Flößen im Meer, in der Gondel, neben Sommerhäusern am See. Sogar auf dem Flughafen in Helsinki hat Finnair eine Premium-Lounge samt Sauna eröffnet. Anders als in Deutschland ist das gemeinschaftliche Saunieren aber nicht nur ein Winterspaß. Das wichtigste Kulturgut der Finnen hat das ganze Jahr über Hochsaison. In Finnland ist das Saunieren allerdings grundsätzlich nach Geschlechtern getrennt, nur innerhalb der Familie schwitzt man zusammen nackt. Ansonsten gibt es kaum Regeln: Jeder bleibt so lange drinnen, wie er mag. Jeder geht, so oft er will, und keine Uhr schreibt vor, wann der nächste Aufguss zu machen ist.

Auch in den arabischen Ländern saunieren Frauen und Männer in traditionellen Hamams strikt getrennt. Was für uns nach „Abtauchen in eine sinnliche Welt der orientalischen Dämpfe“ klingt, ist für Muslime ein „Ort der Reinigung“, denn das Saunieren ist hier Ritual. Besucher eines Hamams binden sich das „peştemal“, ein Leinentuch, um die Hüften oder verknoten es über der Brust. Danach nimmt man in einem heißen, marmornen Raum Platz, mit dem „göbek taşı“, einem warmen Nabelstein in der Mitte. Der Bademeister lädt dazu ein, sich darauf zu legen, um den Gast zu peelen und zu waschen. Fließendes Wasser ist ein grundlegender Bestandteil der Reinlichkeitsgebote im Islam, und wenn Mohammed zumindest vor dem wichtigsten Gebet der Woche am Freitag ein Bad vorschreibt, sind damit die fünf täglichen rituellen „kleinen Waschungen“ gemeint. Wer möchte, wählt im Anschluss an Saunieren, Peeling und Waschung eine traditionelle Körperölmassage, die den perfekten Abschluss einer erholsamen Behandlung bietet.

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