Die Markthalle der 2020er

Qualität, Frische, Regionalität und Erzeugernähe kombiniert mit einem emotionalen Einkaufsvergnügen sind vielen beim Einkauf von Lebensmitteln heute besonders wichtig. Nach dem Bio-Trend kommt nun die Rückbesinnung auf Werte, Heimat und Nachhaltigkeit. Wo findet sich all das nicht besser zusammengefasst als auf dem heimischen Wochenmarkt? Viele sehnen sich in einer Welt, die immer globaler wird, nach dem Einfachen. Umso verständlicher, dass sich immer mehr Menschen auf Wochenmärkten tummeln: Denn ob Obst, Gemüse, Fisch oder Fleisch – Konsumenten vertrauen immer mehr auf das Mensch-zu-Mensch-Erlebnis und assoziieren mit regionalen Lebensmitteln eine höhere Qualität.

In Deutschland gibt es viele etablierte, kleine sowie große Wochenmärkte. Neben dem prominenten Viktualienmarkt in München stehen die großen Markthallen in Berlin und Hamburg. Auch unsere Nachbarn in Holland verfügen über eine prächtige Markthalle in Rotterdam, deren kulinarische und regionale Köstlichkeiten es wert sind, erkundet zu werden.

Auf 22.000 Quadratmetern bietet der Viktualienmarkt im Herzen der Münchner Altstadt sowohl einheimische als auch exotische Waren an. Man merkt allerdings schnell, dass das weltbekannte Feinschmeckerparadies seinem Ursprung als Bauernmarkt bis heute treu geblieben ist. Obst und Gemüse sind immer noch die Produkte, die am häufigsten an den über 140 Markthallen-Ständen angeboten werden. Bäcker, Metzger, Fischhändler, Feinkostläden und Blumenstände machen den Markt seit über 200 Jahren zu einem Wahrzeichen Münchens und bieten ein reichhaltiges Angebot an frischen Produkten aus der Region. Der Begriff Viktualien leitet sich übrigens vom spätlateinischen Wort „victus“ ab, was so viel wie „Vorräte“ oder „Lebensmittel“ bedeutet.

Die Berliner Arminiusmarkthalle wurde 1891 in Berlin Mitte/ Moabit eröffnet und hat Platz für 425 Stände auf 10 Verkaufsgängen. Sie vereint Nostalgie und Tradition mit jungen Ideen, die Impulse für das Leben im Kiez und ein Miteinander von gewachsenen und kreativen neuen Strukturen in Moabit setzen. Revitalisiert wurde die Arminiusmarkthalle im Jahr 2010 und bietet heute ein großes Frischeangebot sowie vielfältige Gastronomie: Bierbar, Hof-und Fischladen sowie das sogenannte „Wohnzimmer“ mit Kaffee-Lounge laden zum Verweilen, Stöbern und Schlemmen ein.

Hamburgs weltberühmter Wochenmarkt in Altona, der Fischmarkt, lockt jeden Sonntag 70.000 Besucher an die Elbe. Egal ob Obstkorb, frischer Fisch oder Tropenblumen: Am Hafen wird jeder fündig. An den Ständen des Fischmarkts, aufgereiht auf einer Freifläche am Hafenbecken der Elbe, kann fast alles gekauft werden. Zu den Highlights des Fischmarktes zählt das Frühstück auf den Galerien mit Live-Musik und Blick auf das bunte Treiben in der Altonaer Fischauktionshalle. Zahlreiche Verkaufsstände sorgen mit fangfrischen Meeresprodukten, kalten und warmen Getränken für das leibliche Wohl und ein fröhliches Miteinander.

Wer bei unseren Nachbarn an der holländischen Küste zu Besuch ist, findet mit der Markthalle in Rotterdam ein besonders imposantes Reiseziel. Das 2014 eröffnete futuristische Gebäude sprengt mit 4.000 Quadratmetern Fläche bisher da gewesene Dimensionen. Heimische und internationale Spezialitäten stehen auf der Tagesordnung und können an offenen Küchen gekauft oder sofort verköstigt werden. Der Künstler Arno Coenen verzierte die 40 Meter hohe Gewölbedecke sowie Wandflächen hollywoodreif und versetzt Millionen von Marktbesuchern jährlich ins Staunen. Hier vereinen sich Tradition und zukunftsweisendes Markt-Flair der 2020er bestens miteinander.

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