Der Star unter den teuren japanischen Grüntee-Sorten wie Sencha, Gyokuro oder Tamaryokucha ist Matcha Tee. Ursprünglich stammt die immergrüne Teepflanze aus China – dort war sie seit Jahrtausenden als Heilpflanze bekannt. Im 12. Jahrhundert gelangte das Wissen über den grünen Tee nach Japan: Ein Zen-Meister importierte die Zubereitungsart, verfasste ein Buch über den Tee und bezeichnete ihn als lebensverlängerndes Elixier.

Buddhistische Mönche nutzten den „Wachmacher“, um länger und intensiver meditieren zu können. Der Matcha Tee, bei dem die gemahlenen Blätter ganz konsumiert wurden, fand im 16. Jahrhundert Eingang in das Ritual der Tee-Zeremonie. Bis heute ist sie ein Zeichen kultivierter Lebensart.

Um Matcha Tee (japanisch für „gemahlener Tee“) herzustellen, werden die Blätter der Tencha-Teepflanze zu feinem Pulver gemahlen, nachdem die Blattspitzen abgebrochen oder ganz geerntet wurden. Die Matcha-Teesträucher werden vor der Ernte mit schwarzen Netzen oder Bambusmatten überspannt, was die Anreicherung von Inhaltsstoffen wie Teein, Chlorophyll oder der Aminosäure Theanin fördert. Sie beeinflussen den Geschmack und die faszinierend hellgrüne Farbe. Die geernteten Teeblätter werden schonend mit Wasserdampf behandelt, getrocknet, und nur die zartesten Teile der Blätter werden in Granitsteinmühlen zu feinstem Pulver verarbeitet. Je leuchtender die grüne Farbe, desto frischer der Tee.

Was die Teesorte Matcha so besonders macht, sind die hohe Konzentration und die besondere Kombination bestimmter Inhaltsstoffe. Er enthält zehn Mal mehr Inhaltsstoffe als andere Sorten. Der schaumige Wachmacher macht nicht nur munter wie Kaffee oder schwarzer Tee, sondern schmeckt gut und ist sogar gesund – diese Dreifach-Wirkung wird von kaum einem anderen Getränk übertroffen.

Traditionell wird Matcha als „Shot“ getrunken. Dazu wird das Pulver (etwa zwei bis drei Gramm) mit heißem Wasser übergossen und mit einem speziellen Bambusbesen (Chasen) aufgeschlagen. Da Matcha in der Herstellung aufwendig und teuer ist, kann man ihn nur in ausgewählten Teeläden oder im Internet kaufen. In Großstädten wie Berlin und Hamburg gibt es Teesalons, die Matcha Tee anbieten.

Hamburg hat eine große und lange Teetradition. In der Speicherstadt lagern Millionen Portionen des edlen Blattes. Das Hamburger Dear Matsu Teehaus serviert beispielsweise über 60 Teesorten, darunter auch Matcha. Das nötige Zubehör für den stilvollen Aufguss zu Hause können Tee-Liebhaber hier auch erwerben.

Die hervorragendsten grünen Teesorten werden bis heute nur von wenigen Teegartenbetreibern angebaut. Wer Wert auf Bio-Qualität liegt, schränkt seine Auswahl beim Einkauf noch ein wenig mehr ein und bezahlt zwischen 20 und 50 Euro oder gar mehr für 30 Gramm Tee – doch das lohnt sich.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.