Godefridus Schalcken – Die Ausstellung im Wallraf-Richarz-Museum in Köln

Bereits Kurfürst Jan Wellem, Erbauer des Schloss Bensberg, wusste das Handwerk von Godefridus Schalcken zu schätzen: Er bereicherte sein Schloss mit der Kunst des niederländischen Malers. Nun finden einige Werke wieder den Weg zurück ins Rheinland: Vom 25. September 2015 bis zum 24. Januar 2016 können 80 Gemälde im Wallraf-Richarz-Museum Köln bewundert werden, in der Ausstellung „Gemalte Verführung“.

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Françoisia van Diemen | Godefridus Schalcken | 1679

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Schalcken-Godfridus
Selbstportrait | Godefridus Schalcken | 1679

Godefridus Schalcken wurde 1643 in Made (Niederlande) geboren. Ab 1662 spezialisierte er sich in der Werkstatt Gerrit Dous in Leiden auf die Feinmalerei und in kürzester Zeit erzielten seine filigranen, farbintensiven Werke höchste Preise. Circa 1665 begann er in Dordrecht seine Karriere als selbständiger Künstler und widmete sich fortan auch der einträglichen Porträtmalerei. Schon bald avancierte Godefridus Schalcken zum führenden Dordrechter Porträtmaler. Das im Jahr 1679 entstandene Bildnispaar ist ein beachtliches Beispiel für sein Können – Abgebildet sind er selbst und seine Gattin Françoisia van Diemen.

1691 trat er in die Malergilde in Den Haag ein und erlangte somit eine weitere Bekanntheit. Ab 1692 wohnt Godefridus Schalcken in London und gesellschaftet sich mit dem Hof von Willem III, dem niederländischen Statthalter und dem englischen König. Er etabliert sich als „Meister des Kerzenlichts“ und geht mit seinen Portraits in denen stets eine eine brennende Kerze abgebildet ist, in die Kunstgeschichte ein. Bereits in den 1680er Jahren hatte er sich auch verstärkt biblischen Historien zugewandt und erwarb sich damit bei zahlreichen fürstlichen Kunstliebhabern einen Namen.

„Er war einer der glücklichsten niederländischen Maler, da seine Arbeiten von Anfang an bis zum Ende seines Lebens reichlich bezahlt wurden, so dass er die Früchte seines Fleißes noch bei Lebzeiten erntete, was nur Wenigen glückt.“ (Quelle: Arnold Houbraken | Groot Schilderboek 1718/21, Bd. 3, S. 176)
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Gemalte Verführung im Wallraf-Richartz-Museum Köln

25. September 2015 – 24. Januar 2016

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen: 10:00 – 18:00 Uhr | Donnerstags bis 21:00 Uhr

„Stolz, ein wenig keck und zugleich geheimnisvoll blickt uns die bei sanftem Kerzenlicht gemalte junge Dame an. Wie kein Zweiter verstand es Godefridus Schalcken diesen einen magischen Moment so auf der Leinwand festzuhalten, dass er den Betrachter auch noch drei Jahrhunderte später in seinen Bann zieht. Mit seiner großen Winterausstellung lädt das Wallraf-Richartz-Museum zur Wiederentdeckung dieses barocken Meisters ein, der zu seiner Zeit ein Starmaler war. Dafür holt das ­Kölner Haus mehr als 80 Gemälde aus Museen und Privatsammlungen in der ganzen Welt an den Rhein, von denen alleine 26 Werke noch nie öffentlich zu sehen waren. Die Schau umfasst ein Drittel aller überhaupt bekannten Schalcken-Arbeiten und ihr Spektrum reicht von der handtellergroßen Miniatur bis zum zwei Meter hohen Porträt.

Schalckens Markenzeichen ist sein virtuoses Spiel mit dem Licht. Passend dazu wird Philips Lighting zum ersten Mal in Deutschland mit der neuesten Generation von LED-Strahlern die Kölner Ausstellungsräume illuminieren. Behutsam und doch betont werden die Gemälde ­Schalckens so in Szene gesetzt, dass die Besucher in eine passende Atmosphäre eintauchen können. Die Schau ist eins der kulturellen Highlights im Internationalen Jahr des Lichts der Unesco. In sieben Kapiteln erzählt sie eindrücklich von Leben und Werk des holländischen Künstlers, die geprägt waren von Ambitionen, Sinnlichkeit, Verführung, Erzählfreude und Geheimnissen.“ (Quelle: Wallraf-Richartz-Museum)
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