Ein Rundgang durch Köln in 2 Varianten

Köln lockt zu jeder Jahreszeit hunderttausende Gäste in das Rheinland und verdankt seine Bekanntheit dem Dom, dem Rhein und dem Kölner Karneval. Wie in jeder beliebten und von Tourismus geprägten Destination gilt für Besucher auch hier das Ziel, in wenigen Tagen möglichst viel zu entdecken. Hier kann Köln bei seinen Gästen punkten: Zentrum ist der Kölner Dom und um ihn ordnen sich alle wichtigen Sehenswürdigkeiten und interessanten Orte der Stadt an. Wer Punkte außerhalb der Innenstadt erreichen will, der kann das umfangreiche Netz der Kölner Verkehrsbetriebe nutzen und mit Bus und Straßenbahn fahren. Doch um die Stadtgeschichte, die Tradition und die Kultur Kölns besser kennen zu lernen, bedarf es nicht unbedingt einer Sightseeing-Tour per Bus oder einer geleiteten Stadtführung. Die schönsten und interessantesten Orte lassen sich auch zu Fuß erkunden und ein selbst gestalteter Rundgang durch die Stadt bietet neben Abwechslung und Spaß auch die Möglichkeit, jederzeit eine Pause einzulegen – vielleicht bei einem frisch gezapften Kölsch?

Rundgang durch Köln 1

Route: Rot | Länge: Ca. 5,3 km

Start des Spaziergangs ist am Schokoladenmuseum, welches Sie mit der Buslinie 133 an der gleichnamigen Haltestelle erreichen. Das Museum wurde 1993 erbaut und zeigt die Geschichte der Schokoladenherstellung, angefangen bei der Kakaobohne bis hin zur fertigen Schokoladentafel. Highlights im Museum sind das begehbare Tropenhaus mit Kakaobäumen sowie der große Schokoladenbrunnen, an dem selbstverständlich genascht werden darf.

Sie spazieren den Fußgängerweg entlang des Rheins nun in Richtung Dom, vorbei am Maritim Hotel und unter der Deutzer Brücke hindurch. Sie erreichen die Grünflächen an der Uferpromenade – Hier beginnt die Kölner Altstadt. Markiert wird dieser Punkt vom Pegel Köln, welcher kontinuierlich den Wasserstand des Rheins misst und damit einen zuverlässigen Hochwasserschutz bietet. Weiter entlang des Ufers spazieren Sie nun an den bunten Häusern der Altstadt vorbei. In Höhe der Kirche Groß St. Martin, das auffällige Gebäude mit den fünf Spitztürmen, treffen Sie auf den Fischmarkt. Seinen Namen bekam er im Jahr 1100, als dort frühmittelalterlicher Fischhandel betrieben wurde.

Weiter am Rhein entlang, kurz vor der Hohenzollernbrücke folgen Sie den breiten Stufen links hinauf Richtung Dom. Sie erreichen den Heinrich-Böll-Platz, welcher während  Konzerten in der Philharmonie nicht betreten werden darf. Grund dafür: Der große Saal liegt direkt darunter, Fußgänger und Skater sind dort zu hören und würden die Vorstellung stören. Fans von erstklassiger, klassischer Musik sollten sich ein Konzert in der Philharmonie nicht entgehen lassen, der Veranstaltungskalender der berühmten Location bietet dafür genug Gelegenheit.

Folgen Sie vom Heinrich-Böll-Platz nun dem kleinen Fußgängerweg über die Hohenzollernbrücke. Die Brücke verfügt über sechs Gleise für den Bahnverkehr und verbindet den Kölner Hauptbahnhof direkt mit der anderen Rheinseite. Aus diesem Grund ist sie eine der meist befahrenen Eisenbahnbrücken Deutschlands, rund 1220 Züge passieren sie täglich. Als Fußgänger auf der Brücke fällt der Blick unausweichlich auf die tausenden Schlösser, die von Verliebten an das Gitter angebracht wurden, als Zeichen der ewigen Liebe.

Auf der anderen Seite erreichen Sie einen großen, dreieckigen Turm, den Köln Triangle. Wenn Sie die Zeit haben, lassen Sie sich eine Fahrt nach oben auf die Panorama Plattform nicht entgehen. Für € 3,00 pro Person (Kinder kostenfrei) erwartet Sie hier ein traumhafter Blick über Köln.
Setzen Sie danach Ihren Rundgang durch Köln fort, indem Sie das Gebäude nach rechts verlassen und sich an der nächsten Straße links halten und durch die Bahnunterführung bis zur nächsten Kreuzung gehen. Folgen Sie dort dem Charles-de-Gaulle-Platz nach links, vorbei an den Gebäuden des Fernsehsenders RTL. Sie erreichen schließlich die Uferpromenade, welcher Sie nach rechts folgen.

Spazieren Sie vorbei am alten Messeturm zu den Rheinterrassen mit Beach Club und dem Tanzbrunnen, ein insgesamt 30.000m² großes Areal für Märkte und Konzerte. Das Gelände des Tanzbrunnens geht nahtlos in die großflächigen Grünanlagen des Rheinparks über, ein beliebter Treffpunkt bei schönem Wetter. Spielplätze, viele Liegewiesen und liebevoll bepflanzte Beete laden zum verweilen ein. Das 40 Hektar große Gelände steht seit 1989 unter Denkmalschutz und war 1957 sowie 1971 Schauplatz der Bundesgartenschau. Schon von weitem erkennen Sie die Zoobrücke, ihr Merkmal ist ein ganz besonderes Kölner Highlight: Die Rheinseilbahn. Folgen Sie den kleinen Fußgängerwegen durch den Rheinpark zu ihrer rechtsrheinischen Station (Sachsenbergstraße/Ecke Auenweg). Erbaut für die Bundesgartenschau 1957 ist es heute immer noch ein ganz besonderes Erlebnis, den Rhein „schwebend“ zu überqueren. Dies ist möglich von Ende März bis Ende Oktober für € 4,50 pro Person.

Angekommen in der linksrheinischen Bahnstation, befinden Sie sich im Viertel vom Kölner Zoo und der Flora und direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt der Eingang zu einem der ältesten und beliebtesten zoologischen Gärten Deutschlands. Mitten in der Großstadt werden hier rund 10.000 Tiere aus mehr als 700 Arten beherbergt. Direkt dahinter befindet sich die Flora, der botanische Garten Kölns, welcher 1864 eröffnet wurde. Sollten Sie diese beiden sehenswerten Orte ein anderes Mal besuchen wollen, bleiben Sie auf der Straßenseite der Seilbahnstation und halten Sie sich links, überqueren Sie die Frohngasse und laufen Sie durch die Unterführung der Zoobrücke.

Auf der linken Seite finden Sie nun ein abgezäuntes, grünes Gelände, den Skulpturenpark Köln. Hier präsentieren zahlreiche Künstler Ihre ausgefallenen und komplexen Werke, der Eintritt ist frei und ein Besuch lohnt sich nicht nur für Kunst-Begeisterte. Zurück am Eingang des Parks überqueren Sie die Riehler Straße auf die gegenüberliegenden Seite der großen Kreuzung. Hier befindet sich das Kölner Wein Depot, welches neben Weinverkostungen und -verkauf auch ein Museum bietet. Neben der Geschichte des Weines und spannenden Fakten über die Herstellung wurde als besonderes Highlight eine begrünte Rebanlage auf dem Dach des Museums gepflanzt.

Gehen Sie links am Wein Depot vorbei in den Neusser Wall und folgen Sie ihm bis zum Fort X, welches sich auf der rechten Seite befindet. Es ist Teil des ehemaligen Kölner Festungsrings und beherbergt einen traumhaften Rosengarten. Hier endet der kleine Rundgang durch Köln, vorbei an historischen Sehenswürdigkeiten, Fauna und Flora. Von Fort X aus empfehlen wir Ihnen, der Hülchrather Straße zu folgen und dann nach links in die Weißenburgstraße einzubiegen. Sie erreichen die Haltestelle „Reichensperger Platz“ der Linie 16 und 18, mit der Sie zurück in die Innenstadt fahren können, zum Beispiel zum Hauptbahnhof oder zum Neumarkt.


Rundgang durch Köln 2

Route: Blau | Länge: Ca. 4,2 km

Start- und Endpunkt der Route 2 ist der Kölner Dom. Das UNESCO-Weltkulturerbe ist mit seinen 157,38 Metern Höhe das dritthöchste Kirchengebäude der Welt sowie mit durchschnittlich 20.000 Besuchern pro Tag die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Deutschlands. Gehen Sie vom Hauptportal geradeaus die Stufen hinunter, vorbei an der Kreuzblume und halten Sie sich am Tourismus-Center rechts. An der nächsten Ecke biegen Sie nach links in die Komödienstraße ein. Folgen Sie dieser, bis Sie auf der linken Seite das Kölner Stadtmuseum erreichen. Hier erfahren Sie nicht nur einiges über die Historie Kölns, sondern auch über typische Phänomene: Klüngel, Karneval und Kölsch.

Aus der Komödienstraße wird nun die Zeughausstraße und ein Stück hinter dem Museum befindet sich ein gut erhaltener Teil der alten Burgmauer. Sie gehörte zum römischen Festungsring, welcher im ersten Jahrhundert errichtet wurde und den innersten Stadtkern vor Eindringlingen schützte. Weiter die Zeughausstraße entlang folgen Sie dem Verlauf bis zur Kreuzung Sankt-Apern-Straße, in diese biegen Sie nach links ein. An der nächsten Kreuzung halten Sie sich wieder links und erreichen ein weiteres, historisches Überbleibsel: Den Römerturm. Er markiert die nordwestliche Ecke der Stadtmauer und ist so gut erhalten, dass das damals eingearbeitete Mosaik noch deutlich zu erkennen ist.

Geradeaus weiter erreichen Sie die Straße „Auf dem Berlich“, welcher Sie nach rechts folgen. An der übernächsten Möglichkeit biegen Sie nach links in die Breite Straße. Vorbei am Einkaufszentrum „DuMont-Carree“ folgen Sie der verkehrsberuhigten Straße weiter bis zu den WDR-Arkaden. Das Gebäude des Westdeutschen Rundfunks bietet neben Cafés und Boutiquen auch die einen Laden für Fans der berühmten „Sendung mit der Maus“. Zu erkennen ist das Gebäude an der orangenen, überdimensionalen Maus, welche an der Fassade hängt und die Besucher schon von weitem begrüßt. An dieser Stelle kreuzt die Breite Straße auch die Tunisstraße, welcher Sie nach rechts folgen. Sie ist Teil der Kölner Nord-Süd-Fahrt und verbindet mit 3,3km Länge den nördlichen und südlichen Teil der Stadt und unterquert dabei zum Beispiel die beliebte Einkaufsstraße „Schildergasse“.

An der nächsten Möglichkeiten biegen Sie nach rechts ein in die Glockengasse. Auf der rechten Seite erreichen Sie nach einigen Metern eines der berühmtesten Gebäude Kölns: Das 4711 Haus ist nicht nur durch seine besondere Gestaltung ein Hingucker, hier befindet sich auch die Kinderstube des weltberühmten Parfüms „4711- Echt Kölnisch Wasser“. Folgen Sie der Glockengasse weiter, vorbei an der Oper Köln und biegen Sie nach links in die Krebsgasse. Dieser folgen Sie bis zum Ende und erreichen den Beginn der Schildergasse. Sie ist nicht nur die beliebteste Einkaufsmeile Kölns, sondern auch eine der meist frequentierten Einkaufsstraßen in Deutschland. Folgen Sie dem Straßenverlauf und machen Sie Pause in einem der zahlreichen Straßencafés, denn es entspannt sehr, den Shopping-Trubel bei einer Tasse Kaffee einfach vorbei ziehen zu lassen. Führen Sie dann Ihren Weg die Schildergasse entlang fort.

An einem großen Brunnen bei der Galeria Kaufhof teilt sich die Schildergasse, welcher Sie nach rechts in die Gürzenichstraße folgen. Nach einigen Metern, vorbei am Hard Rock Café Köln, erreichen Sie auf der linken Seite den Gürzenich. Das im 15. Jahrundert erbaute Gebäude wird damals wie heute als Veranstaltungs-Location genutzt und auch als „die gute Stube Kölns“ bezeichnet. Gehen Sie noch einige Meter weiter in Richtung Rhein und Sie erreichen den Heumarkt, den zweitgrößten Platz in Köln und Austragungsort großer Veranstaltungen, wie zum Beispiel Straßenkarneval oder Weihnachtsmarkt. Folgen Sie dem Platz nach links bis zum Ende und laufen Sie dort eine kleine Schleife – einmal auf den Alter Markt und wieder zurück zum Heumarkt. Diese Ehrenrunde sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen, denn neben dem Kölner Rathaus gibt es hier malerisch verzierte Häuser mit einigen lustigen Details zu sehen, wie zum Beispiel den Platzjabbeck oder den Kallendresser.

Zurück am Heumarkt folgen Sie der kleinen Gasse auf der linken Seite, versteckt neben dem Restaurant „Keule“. Hier beginnt die Salzgasse, welche mit grobem Kopfsteinpflaster, enger Bebauung und einigen Brauhäusern ganz typisch für die Kölner Altstadt ist. Folgen Sie der Salzgasse bis Sie die Frankenwerft kreuzen und gehen Sie dort nach links. Hier reihen sich Kneipen, Restaurants und Bars in den kleinen Alstadtbauten aneinander und laden zum Verweilen ein. Angekommen am Buttermarkt folgen Sie der Lintgasse nach links. Gegenüber der Veranstaltungs-Location „Gir Keller“ folgen Sie einem kleinen Weg auf einen Innenhof nach rechts. Hier treffen Sie auf zwei Kölner Ikonen: Tünnes un Schäl. Die beiden Figuren aus dem Kölner Hänneschen Theater werden hier als Lebensgroße Statuen dargestellt und stehen für den Charakter des typischen Kölners: Rustikal und friedlich wie Tünnes, aber auch schlitzohrig und listig wie Schäl.

Gehen Sie über den Platz weiter in Richtung der Kirche Groß St. Martin. Das romanische Bauwerk, errichtet im 12. Jahrhundert, ist eine der 12 großen Kirchen in der Kölner Innenstadt und – wenn es die Zeit erlaubt – einen Besuch wert. Durch einen kleinen Tunnel zwischen den Wohnhäusern rund um die Kirche erreichen Sie die Mühlengasse, welcher Sie nach links folgen. Sie überqueren den hinteren Teil des Alter Markts und folgen der nächsten Straße – Unter Taschenmacher – nach rechts. Hier befindet sich das Brauhaus Sion, welches bereits seit 1318 an der gleichen Stelle steht. Im Krieg vollkommen zerstört, wurde es 1951 wieder aufgebaut und ist heute mit regionaler Küche, leckerem Kölsch und zahlreichen Events ein beliebter Treffpunkt für Touristen und Kölner.

Vorbei am Brauhaus Sion geht es nun weiter zur letzten Station des Rundgangs durch Köln. Folgen Sie der nächsten Querstraße „Am Hof“ nach links und Sie erreichen am Ende der Straße den Heinzelmännchenbrunnen, welche an die Sage der Heinzel erinnert, die den Kölner Bürgern jede Nacht heimlich bei der Arbeit halfen. Der Brunnen zeigt die Szene mit der Frau des Schneiders, welche Erbsen auf der Treppe streute um die Heinzel bei Ihrer fleißigen Arbeit zu erwischen. Diese stürzten die Treppe hinunter und waren so verärgert über die Neugier der Frau, dass sie seit diesem Tag nie wieder gesehen wurden.

Vom Heinzelmännchenbrunnen aus sind es nur noch wenige Schritte auf die Domplatte, wo Sie Ihren Ausgangspunkt erreichen und sich der Rundgang durch Köln schließt.

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